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Kann ich die natürliche Alterung meiner Zellen verzögern? Das magische Wort heißt Autophagie.

08.03.2025
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Altern ist grundsätzlich keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess.

Trotzdem erleben wir Menschen, die alt wirken, oder im Gegenteil viel jünger scheinen als sie sind. Wieso macht die Natur diese Unterschiede?

Häufig kommt dann der Satz : „das ist genetisch.“

Daran ist ein klein bisschen Wahrheit, aber nur 20%.

30% sind Umweltfaktoren.

Unser Lebensstil bestimmt zu 50% wie wir altern.

Das ist zugleich die gute Nachricht - wir können aktiv etwas tun.

Täglich sterben in unserem Körper 50 - 70 Milliarden Zellen, ihre Bestandteile müssen entsorgt werden. Diesen Aufräumprozess nennt man Autophagie, aus dem Griechischen übersetzt bedeutet es so viel wie „sich selbst verzehren“.

Unser Immunsystem hat daran einen wesentlichen Anteil und hält so altersbedingte Schäden unserer Zellen hintan. Funktioniert der Mechanismus unzureichend, kann dies zum programmierten Zelltod (Apoptose) führen.

Was kann ich aktiv gegen Alterung tun?

Aus der Altersforschung wissen wir heute:

1.) Bewegung

Bewegung ist der beste „Longevity“ Motor und gleichzeitig ein sehr potentes Antidepressivum. Es werden dabei nicht nur der Zellstoffwechsel aktiviert, sonder auch körpereigene antioxidative Enzyme, die gestressten Zellen beim Abbau von reaktivem Sauerstoff (ROS, auch freie Radikale ) helfen. In der Werbung wird oft von freien Radikalen gesprochen, die dann mit diversen Produkten, wie Vitaminen, Mineralsalzen oder Spurenelementen, den so genannten Radikalfängern, bekämpft werden. 150 Minuten Bewegung pro Woche, zum Beispiel: Stiegen steigen, rascher gehen, Salsa tanzen, Seilspringen, Gymnastik…spart Geld und sind garantiert effektiver.

2.) Intervallfasten

Kalorien sparen wie beim Intervallfasten, aktiviert die Autophagie und damit auf lange Sicht die Lebenserwartung.

Es empfiehlt sich 2-3 Mal pro Woche Essenspausen zwischen 14-16 Stunden einzuhalten.

3.) Grüner Tee

Sein Bestandteil Epigallocatechingallat (EGCG) kann Gene aktivieren, welche die Entstehung von Krebszellen unterbinden, auch ein Bestandteil der Sojabohne, das Genistein wirkt in diese Richtung.

4.) Spermidin

Spermidin unterstützt die Autophagie. Als Bestandteil der Samenflüssigkeit hat es seien Namen erhalten, Spermidin kommt aber auch in Nahrungsmitteln vor.

So enthalten zB:

  • Haferflocken ca. 1mg Spermidin pro 100g
  • Weizenkeime ca. 24mg Spermidin pro 100g (240mg pro Kilo)
  • Kürbiskerne ca. 10mg pro 100g

Spermidin findet sich auch in...

  • Pilzen - besonders Kräuterseitlinge, Shitake & Austernpilze
  • Gemüse - Knollensellerie, Erbsen, Brokkoli, gedünsteten Sojabohnen
  • lange gereiftem Käse
  • Miesmuscheln - mag nicht jeder

Also, als kleinen Knabbersnack mehrmals pro Woche eine Hand voll Kürbiskerne und schon ist man wieder ein paar Stunden jünger.